Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Dreyzehnter Band (1797) Biographische Uebersicht zu den Denkwürdigkeiten des hugenotischen Kriegsanführers Franz de la Noue
Entstehung
Seite
204
Einzelbild herunterladen
 

-e

r<-4

Unter allen Gesandten aus dem Gelehrten - Standwar meines Erachtens der würdigste für einen solchenPosten der Cardinal de Bellay, wie er bei einer Men-ge Gesandtschaften , ehe er noch Cardinal war, bewies,jn Italien, Tcurschland. und England» Daun auchder Herr Bischofs von Dax, aus dem Hause NoailleS,,in smiostn, der rmsern Königen auf diesem Posten wür-dig und geschickt diente, in England, zu Venedig, woich ihn sah, und nachher noch in Constantmopei beimEroßherr» *).

Ich will einer Menge andrer großer Männer ausdiesem Stande, die ick in diesem Posten gesehen habe«nicht zu nahe reden, aber dies muß ich doch sagen, daßmeiner Meinung nach der Cardinal vyn Vcllay undder Vischoff von Dax, alle üherkraftn; denn sie hät-ten sich im Noch fall ihres Degens so gut bedienen kön,ncn, als ihrer beredten Zunge; auch ereignen sich beidergleichen Gesandschaften wohl eben so viele ritterlicheund kriegerische, als politische Punkte und Fälle.

Eben deßwegen ist auch meiner und Mancher An-drer Meinung nach, der Militär stand besser als der Ge-lehrcenstand zu Gesandschaften. Denn kurz, was kanndenn auch ein Gelehrter dabei bester khun als ein Krie-ger, außer allenfalls eine Rehe in einer Versammlunghalten? Dies sieht aber mehr einem. Prediger oderSchulfachs gleich, als dem Gesandten eines großenKönigs.

Da ließe ich mir eben so gut einen Präsident lsFerner gefallen, der sich so lange als Gesandter zuVenedig aufhiclt, und bisweilen nach Padua gieng, um-us der hohen Schule, öffentliche Vorlesungen zu halten,was der Würde seines Postens und dem Anschn des

Königs

«) S. Oltc. 41. art. z. x. 152.