LG
stlz«'
B««'
v-------r r8?
seßung so vielen braven französischen Bluts, und sogroßer Summen verfolgten.
Kaiser Karl hatte übrigens eben so wenig Recht dar*suf, als die andern, ausser in sofern er Kaiser war, und eSwieder mit dem Reich vereinigen wollte. Doch konnte er sichsuch noch besonders auf einen Vertrag berufen, den Kö-nig Ludwig XII. mit Kaiser Maximilian geschloffen hat*te. Um nämlich von ihm nicht bei feinem Plan aufNeapel gehindert zu werden, machte Ludwig mit ihmaus, dessen Enkel, Dom Karlos, sollte mit seiner Toch»ter Claudia vermählt werden, und wenn diese Vermäh*lung nicht erfolgte, so sollte der Kaiser seinen Enkel aufewige Zeiten mit dem Herzogkhum Mailand zu belehnenbefugt ftyn. Da nun diese Vermählung würklich nichterfolgte, indem der König die Prinzessin« dem Herzogvon Angoulcme, nachherigen König Franz, gab, so be-hauptete der Kaiser hierdurch das gültigste Recht aufMailand erlangt zu haben»
Noch nicht genug. Als König Franz nach seinesGefangenschaft mit dem Papst, dem König von Englandund den italienischen Fürsten den großen Bund gegenden Kaiser schloß, erkannte er Ludwig Sforza als Her-zog von Mailand an, was doch allerdings eine klareEntsagung seiner eignen Ansprüche darauf war, und ihmallerdings sehr präjudicirte.
Der Kaiser wußte auch dieß alles dem Papst rechtgut vorzustellen, als er nach Rom kam. Eben so auchdem Gesandten des Königs zu Neapel. Dieser, Herrvon Vcly, ließ daselbst den Kaiser bei der Zurückkunstvon Tunis kaum ans Land steigen und noch nicht zuOdem kommen, als er ihn schon damit überlief, umihm die Gerechtsame seines Königs vorzustellen. DerKaiser gab ihm aber ganz zornig zur Antwort r „Wahr-
„ haft'S,