Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zwölfter Band (1797)
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

'- Z2Z

Ich war damals Zust zu Fontainebleau. Ichkann aber versichern, daß dem Herzog von Guise dieVerhaftung des Vizdoms so nahe gieng, als irgend ei,nem am ganzen Hof. Denn bei der Abendtafel hörteich, wie er ihm alle mögliche Lobsprüche beilegte. Man-che wollten zwar dies Lob mit den Thronen Casars beimAnblick des Haupts von Pompejus vergleichen; alleinso viel ist gewiß, daß der Vizdom ihm bei der Bela-gerung von Wetz sehr gute Dienste gethan hatte.

Eine große Dame wurde wegen dieser Vcr,haftnehmung sehr getadelt; eine Dame, die ehmalsdies nicht an ihm gethan haben würde. Allein waswill man machen? Wenn eine Dame geliebt hat, undzu hasten anfangt, so weiß sie tausend Arten, ihren Haßzu scharfen und fühlen zu Waffen.

Er blieb über fünf Monate in der Bastille, undals er endlich nach dem Tod des Königs sehr krank'")wieder daraus entlassen wurde, starb ec bald darauf inseiner Wohnung, eben so übel zu sprechen auf diese Da-me, als sie auf ihn. Er sagte ihr viel übles nach.

So starb dieser große Mann, der, so ein großerWeltmann er gewesen war, auf seine letzten Tage sichso sehr zurückzvg und einschrankte, daß man in ihmgar nicht mehr den Mann erkannt hätte, der ehmalsso viel Aufsehn und Geräusch in der Welt machte, unddem es zu seiner Zeit weder am Hof des Königs nochdes Kaisers einer gleich zu thun wagen durste, den Her-zog von Nemours allein ausgenommen.

X 2

xx.