sie wollen, aber so viel ist gewiß, daß sie ihn nichthinlänglich geprüft haben muffen. Freilich war erkein bigoter Kopfhänger, Heuchler, Heiligenfreffer,Meffenrenner und Prsdigtenläufer: allein übri-
gens glaubte er doch recht gut, was ein rechtschaffe-ner Christ zu glauben hat, und dabei hätte er um allesGold in der Welt niemand wollen Unrecht thun. Zwarmachte er manchmal, wenn er guter Laune oder unterFreunden war, so sein Späßchen, besonders über dasFegfeuer und die Hölle; aber dies mußte man nicht ach-ten, denn er glaubte eine Hölle, wenn er, wie ersagte, gleich sich nicht einen großen Drachen darunterVorstelle. Auch sonst sagte er wohl manches, was erhalte ungesagt lassen können; es war aber alles bloSScherz und nicht so böse gemeint.
Er war sehr gut französisch, und keineswegs un-dankbar gegen Frankreich, das ihn ernährt lind erzogenhatte. Eines Tags ließ sich die Königinn Mutter vonMir über ihn unterhalten, und sagte dann unter andernausdrücklich von ihm: er sei ein wackrer Mann, undsehr redlicher guter Franzose.
Hätte er das Leben behalten, wir würden wohlnicht so viel Krieg in Frankreich gehabt haben; dennsein Ehrgeiz gieng stets dahin, den Krieg von Frank-reich zu entfernen und ins Auöland zu spielen. Nichtals ob er just Spanien gehaßt hakte, wozu er jedochGrund hatte, sondern weil er das Gift aus Frankreichwegschaffen wollte.
Er schätzte übrigens die spanische Nation sehr, be-sonders die KriegSleute derselben, die er wegen ihrenschönen Thaten und Eroberungen sehr lvbprieS; daher«r auch gern mit ihnen zu thun hatte.