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Zweyte Abtheilung, Zwölfter Band (1797)
Entstehung
Seite
117
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grausam und blutdürstig, und so erpicht darauf, daß ersich mit seinem Dolch auf einen warf, und ihm so vielStiche gab, bis ihm das Blut inS Gesteht sprühte.

Etwas ganz besonders hierbei war, daß er bei die»ser Grausamkeit und diesem Blutdurst sehr sanfte, schönefeine und weibliche Gesicht^züge hatte, dahingegen dertapfre Strozzy von Gestchk schwarz, rauh, wild undbarbarisch aussah, und doch nichts von Grausamkeitwußte, die er weder persönlich »och durch das Schwcrdder Justiz übte, daher ich nicht leicht hörte, daß er sei-nen Profusen eine scharfe Exemtion auftrug. Die ein-zige, freilich enorme, Grausamkeit, die ich von ihm weiß,übte er nach dem dritten Krieg aus, als er auf demRückmarsch aus einmal über achthundert Soldaten-huren (die der Armee beschwerlich waren, und gegendie er mehrere Verordnungen vergeblich hatte ergehenlassen,) von der Brücke bei Ce' in die Loire werfen undersaufen ließ.

Als der Admiral den Herrn von Brissac so hitzigauf den Krieg sah, (denn gewöhnlich hatten er oderdie Seinigen ihn auf dem Hals) sagte er einst im pro-phetischen Geist: ist mir lieb, daß er so muchigund so hitzig ist; denn er wirds nicht lange treiben;wir werden ihn bald los werden und Ruhe vorihm haben/' Dies traf auch richtig ein; d-nn inder Belagerung von Mussidan, weil sein Generalihn nicht einmal hakte lassen wollen, indem es zu geringfür ihn sei, bekam er beim Sturm einen Schuß in denKopf bei den Augen, woran er starb.

So fiel der Graf von Brissac. Hätte er bas Le-ben behalten, so würde er wohl seinen Nahmen geän-dert und einen höhern als den eines Grafen angenom-men haben, wie ich ihn vft unter uns Jungen reden

H 3 hörte,