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Zweyte Abtheilung, Zwölfter Band (1797)
Entstehung
Seite
96
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hätte, wiewohl Er ihrer auch sonsther genug hatte, kn«dem er von ihr mit Gut und Ehre überhäuft wordenwar. Zwar hatte er Befehl hierzu vom König; alleiner selbst hatte die Veranlassung dazu gesucht und gege-ben, und den König davon benachrichtigt, dem diessehr willkommen war. Er hatte es aber, ehe er einensolchen Schritt tha'k, wohl überlegen und den Königeher anders überreden sollen : denn es ist kein Kleines,noch ein geringes Verbrechen, eine schöne Königin»zu beleidigen, welche Gott, nebst andern ihres gleichen,kn seinen bcsondern Schutz nimmt»

Di' war noch nicht alles» Einige Zeit zuvor ver«lohr er auch seinen einzigen Sohn, den Grafen vonThvrlgny, der eines natürlichen Todes starb, was ihmso weh khat, daß er aus Schmerz darüber beinahe ge-storben wäre, und sich schwer wieder faßte. Er hütetedeßwegen acht Tage lang das Zimmer und wollte keinLicht sehen, weil der, der ihn ganz würdig mache, das'Sonnenlicht zu schauen, gestorben sey» Diese Wortebefremdeten viele Leute gar sehr; denn s r hakte den Sohnans Licht gebracht, nicht der Sohn ihn; wiewohl dieserein sehr wackrer geschickter Mann und ein schlauererNormann war, als der Vater. Dies sind aber keineReden, die einem Varer geziemen. Höchstens derVater des Königs Ludwig des Heiligen konnte sie al-lenfalls noch führen, wenn er diesen überlebt oder inseinem höchsten Glanz gesehen hätte.

Er khat sich selbst Unrecht dadurch und schadete sei-nem Ruhm, da man ihn stets für einen guten einsichts»vollen General hielt, der einen guten Kopf und sehegute kluge Anschläge hatte. Nur war er zu lang»sam und krage in vielen Dingen, sowohl in der Be-rathschlagung als in der Ausführung. Daher rich-tete er denn auch in der Belagerung von Vlaye gar

nichts