Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
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noch sehe viel, wenn er am Leben geblieben wäre;denn er besaß sehr viele vortreffliche Eigenschaften.

Die bKden Brüder von Revers blieben also nichtim Besitz der schönen Ländereien und Güter, die ihrHerr Vater hinterlicß. Da sie so jung starben, wur-den sie von ihren Schwestern beerbt, welche dieFrau von Revers, von Guise, und die Prinzesflnnvon Cond^ waren, drei Fürstinnen, meinem Unheilnach so vollkommen an körperlichen und geistigen Rei-zen und Vorzügen, als man je in der Welt gesehenhat. Wenn daher bei Hof die Rede von ihnen war,nannten wir sie oft die drei Grazien; so viele Ähnlich-keit hatten sie mit diesen. Ich fand sie in der Thatstets sehr schön, gut und liebenswürdig^).

Der Herzog Ludwig von Mantua vermahlte sichmit Fräulein Henriette von Revers oder Cleves, derältesten, und daher fiel ihm das Herzogthum zu , under wurde Herzog von Revers. Er war von dem Kö-nig mit dem Herrn Dauphin erzogen worden, so daßer gut und acht Französuch gesinnt wurde. Alser daher in seiner frühen Jugend in der Schlacht beiSt. Quentin, wo er sehr tapfer und ruhmvoll kämpf-te, in Gefangenschaft gericth, und sein Oheim derHerzog Ferdinand von Gonzaga ihm nach vielen Lieb-kosungen den Antrag machte, von nun an mit demKönig von Spanien zu halten, der ihm die Ranzionerlassen und auch sonst noch glanzende Vorthcile ein-räumen würde; gab er ihm geradezu die Antwort:dieß scy ihm unmöglich, indem er das weiße Kreuz soin sein Herz gegraben habe, daß er die von dem Kö-nig von Frankreich empfangene schöne Erziehung unddie andern Wohlchaten und Verbindlichkeiten, mit de-nen er stets überhäuft werde, nie vergessen noch mit Un-dank erwiedern könnte. Um dieser edelmüthigcn Ant-wort willen schätzte ihn sein Oheim nur noch höher.