Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
173
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nicht an die Schranken wollte, indem der Heer Mar«quis einen sehr großen mit einer Menge Flittern ge-deckten Federbusch, wvrinn die Feverschmücker vonMayland ganz vorzügliche Meister sind, auf sein Cas-quet befestigt, und gleichfalls seinem Pferd einen zwi-schen die Ohren gepflanzt hatte, was er, wie manversichert, absichtlich gekhan haben soll; so daß dasPferd des Herrn von Nemours, wenn es sich dem' deS Herrn Marquis näherte, an dessen Flittern, die^ ihm ins Auge blitzten, scheu wurde, immer seit-wärts gieng und verzagt die Schranken floh. Sokam also der Herr von Nemours durch die Furcht-samkeit seines Pferdes um die guten und schönen Stö-ße, die er gewöhnlich anzubringen wußte.

Dieß war schon öfters der Fall, und ist es auchnoch unter uns, daß ein scheues Pferd der Tapfer-keit seines Herrn sehr zum Nachthcil gereicht. Da-gegen ist aber auch oft der Fall, daß ein tolles, eigen-sinniges und hartmäuliges Pferd seinen Herrn tapfrermacht, als er ist und seyn willdenn es reißt ihn insGedränge der Feinde wider seinen Willen, wo er dennsich seiner Haut wehren muß, er mag wollen, odernicht, wie ich einen sehr wackern Cavalier kannte, densein Roß, ein starker weißer Turnierhengst in -erSchlacht bei Dreux einen solchen Possen spielte.

Die Spanier sagen ferner: der Herr von Ne-mours habe das Pferd des Herrn Marquis getödtetund ihm sogleich nach dem Kampf die fünfhundertThaler geschickt, der Herr Marquis aber fey so galantgewesen und habe solche nicht angenommen, sondernsogleich wieder zurückgeschickt. Allein dieß ist falsch,

§ denn der Herr von Nemours war ein zu guter Käm-pfer, um den Mann zu fehlen und das Roß zu treffen;auch war er zu edel und großmüthig, wenn je etwas1 an