wer den Herrn von Nemours nicht in seinen frischenJahren sah, nichts gesehen hat, wer ihn aber gesehenhat, ihn gewiß auch durch die ganze Welt die Blumealler Ritterschaft nennen kann. Deswegen wurde ervon jedermann gar sehr geliebt, besonders von denDamen, von denen er, wenigstens von einigen,Gunstbezeigungen erhielt, und mehr Glück bei ihnenmachte, als er suchte; daher er denn auch in dem Fallwar , mehrercs auSzuschlagen, was man ihm gern er-wiesen hätte.
Ich kannte zwo sehr große Damen, von ganzvorzüglicher Schönheit, die ihn sehr liebten und voneinem Feuer für ihn brannten, das halb sichtbar,halb versteckt war, indem die Asche der Vorsichtigkeitdessen Flamme nicht so ganz verborgen zu halten ver-mochte , daß sic nicht zum Theil sichtbar worden wä-re. Ost sah ich sie mitten aus der Vesper Weggehen,um ihn spielen zu sehen, wenn er im Hof unserer Kö-nige Ball schlug oder sonst ein dergleichen Spiel trieb.Weil er eine derselben zu sehr liebte und ihr zu getreuwar, so wollte er die andre nicht ebenfalls lieben, diejedoch darum ihn ferner zu lieben nicht aufhörte.
Ich hörte ihn vcrschiedenemal von seinen Liebes«abenthcucrn erzählen; er sagte aber dabei jedesmal,das sicherste Rezepr, ans Ziel seiner Wünsche zu ge-langen, scy in Liebessachen die Kühnheit; wer dießdas erstemal gleich beobachte, der werde unfehlbar dieFortceffe seiner Dame erobern. So habe er auf dieseWeise in seinen jüngern Jahren, halb mit Gewalt,halb spielend ihrer viele eingenommen.
Zu Anfang der Regierung des König Heinrichsmachte er eine Reise nach Italien mit dem Marschallvon Bouillon, den der König an den Padst Paul I >1.abschickte, um ihm die Obedienz zu leisten, wie dies
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