Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

75

Ich sah ihn noch vor Orleans nach dem Tod desHerrn von Guise, wohin der König und die Köni-gin,, ihn berufen hatten, um das Commando überdie

dortige Armee zu führen und wo er bei all seinen kör-perlichen Leiden doch noch stets denselben schönen An-^ ^ stand und das Ansehen eines grossen Feldherrn hakte,

^ ^ wozu er so rühmlich gelangt war, so daß es sich sehr

ÄH schön zusah, wenn er commandirte. Es wahrte indes-^ stn nicht lange, indem bald darauf der Friede erfolgte»

> 8r

Uzi- Es ist sehr Schade, daß solche große Feldherr»

j , alt werden und sterben. Ich vergleiche sie mit schönenr»Ä Kornähren, die, wenn sic im schönen Maymonatgrün und stark in ihrem besten Wachsthum sind, hochhcrvorraaen und ihr Haupt stolz erheben. Wenn sielE' aber reif und weiß werden, lassen sie es sinken und

^ ^ hängen, rmsserwarken nur noch die Sichel, die sic ab-

HÄt mäht. So sind auch diese grossen und braven Feld-

rpgm Herrn, die in der Blüthe und Kraft ihrer Jahre das

Haupt empor heben, trotzig umher schauen, trium«lick«! phiren und keine Unmöglichkeit kennen, wenn sie aber>« alt und von Krankheiten heimgesucht werden, sinkenMB sie nach und nach und wanken Schritt vor Schrittihrer Grube ;u. E aldbleibt ihnen nichts, als der schöneRuhm und Name, den sie sich erworben haben,l ^ Wenn sie dann doch nur wenigstens wie das Getreide

^ in dieser Welt wieder wachsen und sich erneuern könn-

^ ten, so wäre dies eine sehr schöne und sehr süsse Er-

, ce Wartung für sie. Zwar die seelige Auferstehung, die

^ Gott uns versprochen hat, ist für alles gut.

Von mehrern wackern Personen habe ich gehört,il daß wenn der Herr Marschall so schöne Thaten in Pie-

!/ ^ Mvnt verrichtete, und dort sich den Nahmen und Titel ei-

«es grossen Feldherrn erwarb, er dieß doch auch dem.. Bei-