Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
62
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Noch über einen andern Umstand wunderte 'sichjener Prinz ebenfalls sehr, daß nämlich der Herr vonStrozzy nicht oft Streifereyen, nächtliche Ueberfälle,Anfälle ans einzelne Quartiere, Laufgräben, oder dasLager des Marquis vornahm, besonders gegen dasEnde der Belagerung, wo es ihm gar nicht schwergewesen seyn würde. Denn er war sehr mit genommenund schlug nur noch mit einem Flügel, wie man zusagen pflegt, sowohl wegen der Länge der Belagerung,als wegen der Strapazen des Frostes, der langen undmühevollen Gefechte und selbst des HungerS; dcnn gaevft kamen die Munitionen gar nicht, oder blieben dochwenigstens sehr lange aus. Wenn also unter diesenUmständen der Herr von Strozzy sie oft heimgesucht,mit häufigen Angriffen, nächtlichen Ueberfällen, Be-stürmung der Laufgräben und Wegnehmung einzelnerQuartiere in Odem erhalten hätte, wenn sie alsovorncn von den Strozzyschen, und von hintenvon der Stadt aus angcfallcn worden wären, so hät-ten sie wohl anders, als sie so thaten, auf ihre eigeneSicherheit bedacht seyn müssen und die Capitulationwürde denn mehr zum Vorthcil der armen Siene-ser ausgefallen seyn. Besonders da gedachter HerrStrozzy so nahe in der Gegend stand und noch eineziemliche Macht hakte, wenn gleich nicht, um eineSchlacht damit zu liefern, doch zu einzelnen Anfällenund Neckercyen um den Feind zu ermüden und zu bcläestigen; denn an Cavallerie war er noch stark, wie mir derHerr von Montluc versicherte. Der Marquis hingegenhatte nicht mehr, als fünfzig leichte Pferde, die vorHunger beinahe umsiclen, weil es an Fourage gebrach.Der Herr von Strozzy hatte die schöne Compagnie desHerrn von Syxiere unter der Anführung des braven

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