Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

-.. . 6 «

sich entfernt und ihr Unterkommen ohne Gefahr gefun-den haben.

Der seelige Herr von Guise machte cs bei seinerBelagerung von Metz nicht so. Gleich anfangstraf er so gute Verfügungen, daß nur die nökhigenund nützlichen Mäuler darin blieben. Dieser bravePrinz mar in allen Stücken vorsichtig und zeigte wohl,daß er Gott fürchtete, der ihn darum vielleicht mehr,als um andrer Ursachen willen, begünstigte. Dennwas für größeres Elend konnte man schauen, als die-se armen Creaturen solchergestalt jedem Jammer Preisgegeben?

Eben so hätte er die Lanz-Knechte gleich anfangshinausjagen sollen, den er wußte ja wohl, daß dießaufrührische Leute sind, so bald Mangel an BrodunSWein eintrikt; und daß sie besser im freien Feld,alsjzu einer Belagerung zu gebrauchen sind. Sie hät-ten eine große Verwirrung in der Stadt verursachenkönnen, wenn man dem nicht noch aufihre Unkosten zu-vorgekommen wäre, denn es kamen dabei sehr viele um»

Um übrigens dem Herrn von Monklue doch auch 'Entschuldigung wicdcrfahren zu lassen, so darf mannicht zweifeln, daß wenn er gleich anfangs Zeit ge-habt hätte, dieß alles in Drdnung zu bringen, er csgethan haben würde, denn er war rin sehr vorsichtigerund erfahrner General. Sv aber war er kaum in Si-ena angelangt, als er sogleich belagert wurde, so daßer nicht Zeit hatte, sich zu rühren oder Vorkehrungenzu machen, nicht einmal für Proviant zu sorgen, son-dern gleich alle Hände voll mit dem Krieg zu thun be-kam. Ueberdicß verhinderte ihn auch die starke Krank-heit, in die er siel, und die sehr lange anhielt, an al-len diesen Vorkehrungen. So that er alles, was ernur konnte, und mehr, als seine Kräfte vermochten.