Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
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Doch hier mußte wohl Eigensinn bei dem Herrnvon Montluc vorwalten und Ehrsucht seine Schritteleiten. Ec vermied dabei nicht, was er dem Herrnvon Terride nach seiner Niederlage bei Drtez vorwarf,wo er ihn einer eiteln Ruhmsucht beschuldigte, daßer schwach, geschlagen, und beinahe vernichtet, nochaus dem hohen Ton sprechen wolle und noch dazugegen den, in dessen Händen die Rettung seines Lebensund seiner Ehre stehe. Ware der Herr von Mont-luc damals eben so fein und bewandert in Staatssaschcn gewesen, als er es nachher wurde, so würde erdem Herrn Marquis nicht so getrotzt haben, wie erthat.

Ein andrer Grund, den er dem König Heinrichsnführte, warum er nicht im Namen des Königs ca-pitulirt habe, bestand darinn, daß es ihm sehr gut zustatten kommen könne, bei seinen Ansprüchen, die erdeswegen jederzeit wieder hervorsuchen könne, umSiena wieder zu erlangen. Dieser Grund ist sehrschwach; denn darum, daß Neapel und Mailand undandre Platze durch Gewalt, Capikulation oder Frie-densschlüsse verlohrcn gierigen, wie Piemont, Sa-voyen oder durch andre Zufälle, wie die GrafschaftRoussillon und Nizza, gehn die Ansprüche und Gerecht-same, welche unsre Könige darauf haben, nicht vcr-lohren. ^Sie sind immer berechtigt, sie wegzuneh-men, wenn sie! wollen, auf welche Art es sey;denn die schönsten Ansprüche und die größten Gerecht-same, welche die Könige und diese hohen unabhängi-gen Fürsten haben , ohne in Ansehung der Gerechtig-keit oder Ehre so viele Bedenklichkeiten zu ma-chen, beruhen auf der Spitze ihres Degens, und werden besten hat, gewinnt die halbe Parthie, ja oftwohl gar die ganze. Wie jener wackre Herzog

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