Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
50
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sterben sah. Er warsehr tief gebeugt, seine Kinder sogut erzeugt, erzogen und befördert zu haben, und sienun alle in ihrem schönsten Glück und Alter zu vcr.Ucren.

Er hatte zwecn Brüder, wovon einer der Herrvon Liourrvar, den man den jungen Montluc nannte,ebenfalls ein braver und geschickter Cavalier. Nochmehr aber, als die beiden Brüder, war dies derHerr Bischof von Valence, ein feiner, geschickter.Kopf, schlau, listig und gefeilt, so wohl in Anse-hung seiner Gelehrsamkeit, als seiner Handlungs-weise. Er hat zuerst bei den Iacobmern Proscßgcthan, wo ihn aber die hochseelige Könjgi'nn vonNavarra, welche gelehrte und geistreiche keilte liebte,und ihn als solchen kannte, auö der Kutte weg undan den Hof nahm, ihn bekannt machte, beförderte,unterstützte, und bei mchrcrn Gcsandschasten anbrach-ke; denn ich glaube, daß kein Land in Europa ist,wo er nicht Gesandter war und irgend eine große, oderkleine Unterhandlung zu betreiben harre, bis nachConstantinopcl, (was sein erster Posten war) Ve-nedig, Pohlen, England, Schottland und ander-wärts.

Man hielt ihn anfangs für ein Lutheraner, nach-her für einen Calvinisten, vbschon bieß im Grundmit seiner bischöflichen Würde nicht bestehen konnte;er betrug sich aber sehr vorsichtig dabei, und wußtesich gut zu verstellen. Die Könrginn von Navarranahm ihn auch deswegen aus dem Kloster. Doch warer nicht der erste, mit dem sic dieß rhat, denn schon ihrerster Prediger war Iacobite gewesen. Man nannteihn Bruder Girard, und nachher Meister Girard undendlich machte sie ihn noch zum Bischof von Oiervn.

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