Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
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Kommen wir von grossen Beispielen auf kleinere; ,z. E. was zu Rom vor ungefähr dreissig Jahren ein bra- ^ver und guter Fechter, Bartholomäo von Urbinv ge.than hat. Man erzählte mir dieß Geschichtchen vonihm, als ich ein Jahr darauf zum zweitenmal nach Romkam, und es ist noch jezt daselbst unter den Uten »bekannt, wenn man sich dort erkundigen will.

Dieser Bartholomäo von Urbino war zu !feiner Zeit in Italien und zu Rom ein sehr guterFechtmeister und so geschickt, daß er hierin alle an-dere in Italien an Ruhm übertraf. In dieser Kunstnun unterrichtete er einen jungen Adeli'chen aus May. !land so gut und machte ihn so sehr zum Meister darin, !daß dieser bei seiner Zurückkunft in sein Vaterland der !stärkste Fechter war, der es mit jedem aufnahm und !über jeden Meister wurde, so daß es keiner mehr rva«gen wollte, mit ihm zu fechten, indem er bei seinemgewandten Geist, beständiger Uebung und Erfahrung,zu dem, was er erlernt hatte, immer noch irgendeineneue Erfindung hinzusetzte.

Er wurde darüber so stolz und übcrmüthig,daß er mit der Ehre, die er sich dadurch in seinerHeimath erwarb, noch nicht zufrieden, den stolzenVorsatz faßte, sich mit seinem Lehrer selbst zu messen«In dieser Absicht gieng et ein Jahr darauf von May-land ab und nach Rom, wo er just so gut traf, daß«r zu einem Tag ankam, an welchem auf dem Fechttboden seines Lehrers Fechterspiele um ausgcsetzte Prei»se gehalten wurden, wobei jedermann Zutritt hatte.

Er beschließt, sich mit seinem Lehrer zu messen, der ,ihn beim Wort nimmt, und nachdem beide drei Gänge igethan hatten, war das Glück dem Schäler so günstig, !daß er seinem Lehrer zwecn freye Scösse beibrachte !

der