Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266

Ansehn durch düs Ansehn einer bloßen einzigen Mut«ter verkümmert würden, um unter dem Vorwandder Religion die Waffen zu ergreifen.

Hier ist nun nicht der Ort dazu , unsre Ab-sicht, zu sagen, wie diese Dinge gewendet und gedrehtwurden und welchen Ausgang sie gewannen. Ichkann bloß versichern, daß ohnerachtct vier oder fünf-mahl zu den Waffen gegriffen wurde, ich dennoch je-derzeit zum Frieden ricth und Frieden predigte; indemich des Dafürhaltens war, daß nichts so gefährlichfür ein Land scy, als ein bürgerlicher Krieg und nichtsvertheilhastcr, als ein Frieden, unter welcher Bedin-gung er auch geschlossen werden möchte.

Seit dieser Zeit fingen alle diejenigen an beynahelaut meiner zu spotten, die auf nichts anders auvgin-gen, als auf neue Veränderungen im Gang der öffent-lichen Angelegenheiten, und die ganz laut und dreistsagten, dieser Krieg könnte ohne Schwierigkeit ganzgut hinausgcführt werden.

Deswegen brachten sie den ganzen Adel, die Prin-zen , Magistratspersonen und Richter gegen mich auf,berathschlagten über Krieg und Frieden ganz in ge-heim weil es nicht öffentlich geschehen durfte, ohneMeynung und Rath des Kanzlers darüber zu verneh-men. Sonst hätten sie es auch aus eignen Kräften aus-führen müssen, ohne jemand andern darüber um Rathzu fragen, oder sie mußten die Meynung der Parka-menter darüber erwarten, wolche oft in vorkommen-den Fällen Richter sind und entscheiden.

So haben wir beynahe den König und das Reichzu Grund gerichtet, indem alles sich zum Verderbendes Vaterlandes wendete; und damit noch nicht zu-frieden, die Kräfte des Landes zu Kampf und Auf«

rühr