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war der Fall bey dem Herrn Connetable und demHerrn Kanzler zu ihrer Zeit, welche von Natur unddurch Erfahrung so weise waren, nicht strenge, außerzu rechter Zeit und am rechten Ort, billig wenn esseyn mußte, nicht vcrdrüßlich und mürrisch noch Fein»de von angenehmen Unterhaltungen zu seyn. Sie nah-men Raison an, waren nicht störrisch noch phantastisch,wie jener Cato, der bey seinen so rauhen Sitten undbarbarischen Redensarten nicht für uns Franzosen sogetaugt hatte, wie jene bcydcn großen Männer für unstaugten, die durch eine Reihe von Jahren und langeErfahrungen gebildet worden, und nicht wie einigeheutige Neulinge waren, die sie nachahmcn wollenund doch erst von cilf Uhr bis Mittag dabey sind.
Der Herr Kanzler wurde dannoch von mehrerngehaßt und dieß zwar bloß deswegen, weil er poli-tisch und gemäßigt und nicht hitzig und leidenschaft-lich war.
Ich erinnre mich, daß als der Herr Kardinalvon Lothringen vom Tridcntinischen Concilium nachFontainebleau zurückkam, er dem König und der Kö-niginn gar sehr darum anlag, es in Frankreich publi-ciren zu lassen, worüber denn im Staatsrath inGegenwart Ihrer Majestäten viel debaktirt wurde»Der Herr Kanzler sprach sehr stark und entschlossendagegen und widersetzte sich dem Antrag aus allenKräften, indem er anführte, „es scy durchaus gegendie Gerechtsame und Freyhciten der GallikaruschenKirche, die man nicht im mindesten verkümmern lassendürft, sondern vielmehr bis auf den letzten Blutstro-pfen aller Franzosen behaupten und verfechten müsse.Die vorigen Könige hätten ohnehin gar zu unachtsam«in Vorzugsrecht verlohren gehen lassen, das sie