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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
254
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und der Here Kanzler das Siegeln verweigert, sichdamit an den Sckrctair wendete, und mittelst einerguten Summe Geldes die Ausfertigung darüber er-hielt. Der Mensch trieb dieß Gewerbe so gut, daßer nebst einem seiner Gesellen in ganz kurzer Zeit zehnbis zwölf tausend Thaler damit gewann« Dieser letzte/der nicht fein genug war, wurde erwischt und sogleichaufgeknüpft, dem Mornat ging es Nahe daran vorbey,er rettete sich aber doch noch nach Deutschland undentkam glücklich und wurde von der Zeit an nichtswieder von ihm gesehen«

Ein Eavalier, den ich kenne, ein wackrer Mann,hatte eine Ausfertigung, welche erst von dem HerrnKanzler besiegelt werden mußte« Da ihm büß abge-schlagen wurde und er zweymahl mit seinem Gesuchdurchgefallen war, kam er unvermuthet damit anMornat, der sie ihm für hundert Harke Thaler sogleichmit seinen Siegeln besiegelte; die Sache war übri-gens nicht von besondrer Wichtigkeit«

Nach sechs Monaten mußte eben dieser Cavci-lier eine zweyre Justion vom Herrn Kanzler haben«Als nun dieser die erste sah, erinnerte er sich Und be-merkte, daß er diese nie besiegelt hatte« Er befragt?daher ganz km Vertrauen den Cavalier, wer ihm denndiese Schrift hatte ausfertigen lasten?

Dieser antwortete , Mornat Hab? sie ihm so für'hundert Thaler eingehändigt. lDer Herr Kanzlersagte darauf:'dieß wat also der zweyte Reichskanzler,von dem Sie Ihre Ausfertigung haben« Ich willIhnen weiter keine Ungelegenheit erregen und Sie'nicht darüber in Anspruch nehmen, aber, daß weiternicht davon gesprochen wird!-"'

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