Hause Lothringen und er biy der Königinn zur Abend--tafel waren, auf weiche ein Ballet von ihren Hoffcau-leinS folgte, das sic selbst angeordnet und eingerichtethakte § wobey die Hoffräuleins die Jungfrauen ausdem Evangelium vorstclltcn, wovon die einen ihreLampen eingebrannt, die andern aber weder Oel nochFeuer hatten, sondern erst welches verlangten. DieseLampen waren von Silber sehr artig gemacht und aus.gearbeitet und die Damen waren sehr schon und ehr»bar, und hatten ihre Rollen sehr gut gelernt und zogenuns andre Franzosen zum Tanz auf. Selbst die Koni-ginn tanzte und dies mit sehe gutem Anstand und schö-ner königlicher Majestät; denn dicß war ihr eigen undstand sie damahls in der Blüthe ihrer Schönheit undfchöneu Grazie. Nichts har sie verdunkelt, als dieHinrichtung der armen Königinn von Schottland,Ohne dreß war sie ein? gar rare Füxstinn,
Ich weiß nicht, ob ich dich schon anderswo be-schrieben habe. Es ist i;nr zu verzeihen: denn ich habekein so gutes Gedächtniß, daß ich bey einer so langenSchreibcrcy alles merken könnte. Um also wieder ausmeine Rede zu kommen; da sie so an der Tafel saßund ganz vertraulich Mt diesen Herrn plauderte, sag.te sie, nachdem sie den König sehr gelobt hatte, folgen-de Worte: ,,Dicß war der Fürst, den ich unter astenam meisten Verlangen trug zu sehen, Ich hatte esihm bereits zu Wissen gechan, daß ich ihn bald besu-chen würde, hatte auch deswegen Vesehl ?rtheilt,mir meine Galeeren recht schön auszurüsten, um nachFrankreich über zu sehen, bloß um ihn zu sehen."
Der gegenwärtige Herr Connetable, der damahlsnoch Herr von Anville war, antwortete: „Ich bin ver-sichert , gnädigste Frau, daß Sie sehr vergnügt ge-
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