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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
193
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seine Gemahlin« auS dem Hause Bourbon um seinesVergnügens und ihrer Schönheit wülen; und ließ dieErbinn von Flandern trotz ihren großen Gütern undSchätzen sitzen und gab sie seinem letzten Bruder Phi-iipp dem Kühnen, weswegen man von ihm sagt, daßer hierin den Nahmen des Weisen verlohr und dieSchönheit zu hoch in Anschlag brachte.

Der König Karl der Sechste liebte die jungeHerzoginn von Berry, die ihm mit ihrem Kleid und mitihrer Robe bedeckte, verhüllte und vom Flammentodbefreyte bey der Maskerade der Wilden von Nekes r),er liebte ebenfalls gar brünstig Madame Valentine sei-ne Cousine, was Ursache seiner großen Krankheit unddes Veriusts seines Verstandes war.

Karl der Siebende liebte die schöne Agnes sohitzig, daß er darüber all« Angelegenheiten seines Reichsvergaß; nachher aber kam er doch zur Einsicht seinesFehlers und nahm sich der Geschäfte und seinesStaats wieder an; so daß er am Ende noch mit demRuhme des Glücklichen und Siegreichen starb.

Jener gute Krauskopf König Ludwig der Eilsteliebte auch; allein ohne Unterschied jedes weiblicheWesen und pflanzte seine Frau hin in das Schloß vonAmbosse, wo sie nicht wie eine Kömginn, sondern wieein bloßes Fraulein lebte. Ohnrrachtct er indessenliebte, lies er darum dennoch seine Angelegenheitennicht ungcflickt, sondern flickte sie so gut, daß der besteFlicker in Frankreich sie nicht besser hätte flicken mö-gen» Auch habe ich sagen hören, und auch selbst ge-sehen, daß die Liebe zu einer Einzigen einem Liebha-ber weit mehr zu schassen macht, als die zu mehrernzugleich r und es ist eins der vorzüglichsten Gegengiftegegen die Liebe, sich mehreren zu ergeben, und sich nieN. penkwkrdigk- X. N au