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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
186
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bey noch einigermaßen im Stand, meinen Freunden,besonders Ihnen, zu dienen, so werden Sie mich jeder-zeit geneigt und vollkommen bereitwillig dazu finden."

Das war doch sckön geschrieben, und hierauswird man auch den GemüthSzustand und die Ent-schlossenheit dieser schönen Fürstinn erkennen. DieS isteine Frucht davon, daß sie aus einem so edeln, ja demgrößten Hause der Welt abstammt, worin fie diesengroßen Muth von so viel braven und tapfern Königen,ihrem Vater, Großvater, Ahnen und Vorfahren ge-erbt hat. Wie hart ist eS, daß fie, als das EinzigeUeberbkeibsel aus einem so großen Schissbruch, wiesie sich nennt, dennoch von ihrem Volk nicht so er-kannt und verehrt wird , wie ihr gebührte, daher ichdenn auch glaube, daß die französische Nation durchihre jetzigen Trübsale und Bedrängnisse, die sie indiesem Krieg der Ligue duldet, bloß dafür so hart zubüßen hak.

Dicß letztere ist gegenwärtig weggefallen: denndurch die Tapferkeit, Weisheit und vortreffliche Ein-richtung unsers Königs ist Frankreich gegenwärtig ineiner so blühenden, ruhigen und vortrefflicher, Ver-fassung, äis es noch nie war, was in der That daSgrößte Wunder ist, das man jemahls gesehen hak,daß es sich aus einem so tiefen Abgrund von Elendund Verderben wieder empor zu arbeiten vermochte.Hierin zeigt sich deutlich, daß Gott unfern Königliebt, welcher auch in der That lauter Güte und Barm-herzigkeit ist.

* O wie sehr irrt derjenige, der heut zu Tag auf

die Liebe des Volks traut. Wie ganz anders bewie-sen sich die Römer dankbar gegen die Nachkommen-schaft des Cäsar Augustus, von dem sie so vieleWohlthaten und Ehre empfangen hatten. Und daSfranzösische Volk/ daS seinen letzten Königen seit hun-