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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
183
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sehr über diese-Veränderung und gute Behandlung, under häkle es nach der zugesügten Beleidigung und Be-schimpfung nie gedacht." Sie gab ihm aber zur Ant-wort:da der Marschall seinen Fehler erkannt, seineEntschuldigung deswegen gemacht und auf eine unter-thänige Art ihre Gnade gesucht habe, so habe sie ihmsolche angedcihen lasten, was freylich nicht geschehenwäre, wenn er sein übermüthigcs Betragen fortge-setzt hätte." Sv ist also diese gute Fürstin» nicht. leicht zur Rache geneigt, und ahmte hierin der Köm-ginn Anna, die sich gegen den Marfchali von Gi^ sorachsüchtig betrug, nicht nach.

Ich könnte eine Menge anderer solcher Beyspielevon ihrer Güte ansühren, womit sie zur Verzeihungund Versöhnung geneigt war.

Eine ihrer HosträuleinS, welche zu Chenonceauxstarb, hatte sich ihr Mißfallen in einem hohen Gradezugezogen ohne daß sie solche darum mißhandelt hat-te. Da sie min sehr krank wurde, besuchte sie sol-che, sprach ihr, als sie den Geist aufgebcn wollte, zuund sagte dann:Dies; arme Mädchen leidet viel, siehat aber auch viel BöseS gckhan, Gott verzeihe ihr,wie ich ihr verzeihe.-^ Dreß war ihre ganze Racheund Verfolgung, und so war denn diese große Köni-gin» vermöge ihrer Großmuth sehr lqngsam und ge-lind in ihrer Rache und war lauter Güte.

Jener große König AlphonS von Neapel, ein fei-ner Kenner und Liebhaber von der Schönheit der Da-men , pflegte daher auch zu sagen ^Schönheit sey einZeichen von Güte und von guten sanften Sitten, sowie schone Blüthe schöne Frucht verkünde - daher istes denn keinem Zweifel unterworfen, daß wenn unsreKönigin« nicht mit so grosser Schönheit, sondernhäßlich gebildet gewesen wäre, sie m Rücksicht

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