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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
182
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Kugel schlug ganz nahe bey ihr ein. Dieß brachte siesehr auf, sowohl deswegen, weil der Herr Marschall sowenig Respekt für sie bezcigre, daß er kam, um ihrin ihrem Platz zu trotzen, als weil er von demKönig Befehl hatte, sich mit Kriegs - Operatio-nen dem Ort, wo die Königinn von Navarra sich auf-hiclte, nie auf fünf Meilen in der Runde zu nähern;da er dieß hier nicht befolgte, so faßte sic einen solchenGroll und Haß auf den Marschall, daß sie starkdarauf bedacht war, ihn empfinden zu lasten undsich dafür zu rächen.

Anderthalb Jahre darauf kam sie nach Hof, woder Marschall ebenfalls war, den der König ausGuyenne zu sich zurückbcrufen hatte, auS Furcht, eSmöchten sonst neue Unruhen entstehen: denn der Kö-nig von Navarra hakte gedroht, los zu brechen, wenner ihn nicht da weg nähme.

Die Königinn von Navarra noch erbittert aufden Marschall begegnete ihm nicht mit Achtung, wieandre, sondern verachtete ihn sehr und sprach überallschlecht von ihm, und dem Schimpf, den er ihr zuge-fügt hatte. Der Herr Marschall fürchtete endlich dieWuth und den Haß der Tochter und Schwester derKönige seiner Gebieter, und da er das Naturell dieserFürstin» kannte, so bemühteer sich um ihre Verzeihungund Gnade, entschuldigte sich sehr wegen des Vor-gefallnen und demülhigte sich. Mit ihrer gewöhnli-chen Großmuth nahm sie denn dieß an , vergaß dasVergangene und nahm ihn wieder zu Gnaden undFreundschaft auf.

Ein Cavalier, der nachher nach Hof kam unddie g- te Begegnung bemerkte, die der Marschall vondieser Königinn erhult, wunderte sich sehr darüber,und da er die Ehre hatte, daß ihn die Königinn bis-weilen gern hörte, so sagte er zu ihr; ,/er wundce sich

sehr