Dreß sagte ihr auch einst der Herr von Gua,als sie ihm drohte: ,,Madam, Sie sind so gut und sogwßmüthig, daß ich noch nie gehört habe, daß Siejemand beleidigt hätten» Ich hoffe, daß Sic nichtbey mir, Ihrem ullerunterthanigsten Diener, denAnfang machen werden. Und, ungeachtet er ihr sehrviel geschadet hatte, so rächte sie sich doch nicht undvergalt ihm nicht Gleiches mit Gleichem. Zwar, alser ermordet wurde und man ihr, da sie just krankwar, seinen Tod meldete, sagte sie; daS thut mir sehrleid, daß ich nicht recht wohl bin, um diesen Todrecht vergnügt zu fcyern." Sie hatte aber auch da-bey die gute Eigenschaft, daß sie, wenn man sich de-mükhigte und ihre Verzeihung und Gnade suchte, alleserließ und versteh, und dadurch die Großmuth des Lö-wen Nachahmer, der dem, der sich denmthigt, nie et-was zu Leide ehut. ^
Ich crinnre mich hicrbey folgenden Vorfalls. Als s
beym Ausbruch des Kriegs dev Marschall von Viren "
damahls Königsstatthaitex in Guyennc auf seinem Zug,was er vielleicht auch mit Fleiß khat, an Nerae vor-bcy kam, wo damahls der König und die Königin»von Navarra sich aufhielten, so ließ er durch seineBüchsenschüßen einen Angriff darauf machen. Eskam zu einem Scharmützel, wobey der König von Na-varra an. der Spitze der Seinigen in eigner Person bloßim Kollek wie ein gemeiner Officier heraussisl und sichso gut verteidigte,, daß ec, da seine Büchsenschüßenbester waren , keinen Verlust dabey hatte.
Der Herr Marschall trieb hicrbey die Bravadenoch weiter und ließ einige Kanonen-Schüsse auf dieStadt thun , so daß die Königin», welche herbey ge-eilt war, und sich aus der Mauer befand, um demScharmützel zu zu sehen und einen Zeitvertreib dabeyzu haben, bcynahe davon getrosten wurde: denn eins
M g Kugel