Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

die sich am Werth ungefähr höchstens auf hundert Tha-ler belaufen machten, und so bezahlte sie also die-niginn Margaretha ziemlich ungleich für ihr Neu-jahrs-Geschenk.

Kurz diese Königinn ist ganz königlich und frey-gebig und Ehr - und Pracht - liebend. Und die Kaise-rinnen der Vorzeit mögen mir es zu gut halten, ihreunö von Snetonius, PlimuS und aiidern beschriebenePracht kömmt dieser gar nicht bey, sowohl wenn sie amHof und in Städten war, als wenn sic sich unterwegsund auf dem äande befand, wobey sie prächtige,schönvergoldete und mit schonen Devisen bemahlteSänften, Kutschen, Karossen und Reitpferde mitreichem Zeuge hatte.

Wer sie in solchem prächtigen Auszug gesehen hat,wie ich, der kann davon reden und ihr muß sie dicß«lies entbehren, da sie feit sieben Jahren nicht vondiesem rauhen und unlustigen Schloß weggekommcnist, waS sie sich's doch in aller Geduld gefallen läßt, in-dem sie in einem vorzüglichen Grad die, nach der Mcy-uung mehrerer Philosophen, sehr große Tugend besitzt,über ihre Neigungen zu gebieten.

Um noch einmahl auf ihre Güte zu kommen, s»ist solche so groß, so edel und so großmüchig, daß ichglaube, sie hat ihr sehr geschadet. Denn ungeachtetsie große Ursache und auch Mittel hatte, sich zu rachenund ihren Feinden zu schaden, hielt sie sich dennochöfters zurück, da doch, wenn sie der Rache hätteRaum geben oder sich auch nur andrer, die auf jedemihrer Winke bereit waren, bedienen wollen, sic viel-leicht durch das Bcyspiel einiger, die sie ihre Rachehätte cmpsinden lassen, bewirkt haben würde, daß dieandern vorsichtiger und bescheidner worben wären;sie stellte aber jederzeit die Rache Gott heim.