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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
179
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welche nicht leicht zugänglich sind, vor unser allerAugen verborgen und unbekannt ist; Ausser in so fernihr schönes Bild noch unserm Andenken vvrschwebt.

Ach! schöne und uralke Stadt Marseille, wieglücklich warst du, wenn dein Hafen mit der Flammeund demLeuchtthucm ihrer schönen Augen beehrt wäre.Eigentlich gehörte auch die Grafschaft Provence ihrzu, so wie noch mehrere andere Provinzen, ja ganzFrankreich. Verwünscht sey der unglückliche Eigen-sinn, den man in diesem Königreich hat, sie nichteben so gut zu ehren, hoch zu halten und ihr den Hofzu machen, als man sollte und als man bcy ihremGemahl thut.

Ich schrieb dieß mitten in der größten Hitze derKriege der Ligue. Wäre sie eine schlimme oder bos-hafte, geitzige oder tyrannische Fürstinn, wie es derenehmahls in Frankreich die Menge gegeben hat, undvielleicht noch giebt, so wollte ich kein Wort darumverlieren: so aber ist sie lauter Güte und Freygebig-keit, hat kein Etgenthum ausschließend, giebt allerWelt und behält wenig für sich, auS lauter christlicherHebe, Milde und Wohlrhärigkeir gegen die Armen.Die Größten beschämte sie mir ihrer Frcygebigkeit,wie ich denn selbst gesehen habe, daß fle zum JahrS-tag dem ganzen Hof Präsente machte, über welche dieKönige, ihre Brüder, erstaunten und es ihr nicht gleichthalen.

Sie gab der Königinn Louise von Lothringen einstzum ne»»" JahrSgescheuk einen Fächer von Perlmuttermir Steinen und großen Perlen besetzt so schön undso r.ich, daß man ihn für ein wahres Meisterstückhitlk und auf mehr als zwölfhundert Thaler schätz-te. Jene erwiederte ihr Geschenk mit langenSchmuck > Nadeln, die der Spanier Puntas nennt,woran einige Perlen und Steine befindlich waren.

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