Mutter in ihrem Testament zum Erben eknseßen ließ,zu deren großen Verdruß, den ste darüber empfand,daß ste ihrer guten Tochter nicht wenigstens etwas vonihrem EigcnrhuM hinkerlaffen konnte»
Sv weit ging der Haß, den der König, ihrBrüder, auf ste geworfen hatte- Ach welche Verän-derung gegen chcmahls, wo ich sah, daß ste einanderso inbrünstig liebten, und nur ein Leib, eine Seeleund ein Wille waren. Ach wie schön sah stchs che»Mahls zu , wenn ste mit einander sprachen: denn esMochte über einen ernsthaften oder einen scherzhafte»Gegenstand seyn, so konnte man nichts Schöneres sthcnNoch hören, so gut hatten ste die Sprache in ihrerGewalt. Ach wie sehr haben stch die Zeiten verändertgegen damahis, wo man ste noch im großen Tanzsaalmit Lust und himmlischer Harmonie mit einander tan»zcn sah. Der König führte ste gewöhnlich zum großenBall» Zeigte Eins dabey schöne Majestät, so zeigtees bas Andre nicht minder» I b sah ste oft Mit ein»ander die spanische Pavanne tanzen, ein Tanz, worinGrazie und Majestät stch liebenswürdig mit einanderpaaren. Alle Augen im Saal konnten stch dabey nichtsatt sehen, noch des Entzückens bey dirscm angenehmenAnblick ein Ende finden: denn die Passagen wurdendarin so gut ausgeführt, die Tritte so kunstvoll abge»messen und die Cadenzcn so richtig cingehaltkN, daßMan nicht wußte, was man mehr bewundern sollte,das kunstreiche Tanzen, ober die Majestät in der Ruhe, ;wo angehaltcn wurde und worin bald eine angenehme ^
Munterkeit, bald ein schöner und ernster Stolz lagen» s
Denn wer sie diesen Tanz ranzen sah, Mußte allemahlgestehen, baß er ihn noch nie habe so schon tanzen sehen,an Grazie so wohl als an Majestät, als von diesen kö»niglichen Geschwistern» Was mich betrifft, so bin ich
eben»