Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

zum Theil so angelegt hatte, um seine Gefangenendarin zu verwahren, wie! er siechort hunvertmahl siche-rer glaubte, als zu Loches, Bvis de Vincenncs undLusignan.

< So saß also diese arme Fürstinn hier gefangenund wurde, nicht wie eine königlich französische Prin-zessin» und wie einer so großen Fürstinn zukäme, de-handelt. Wenn indessen ihr Leib gefangen war, sswar cs doch ihr braver Much nicht, der sie nicht ver-ließ, sondern ihr sehr gut zu statten kam, um sich durchihre Belrübniß nicht ganz Niederdrücken zu lassen.

Was vermag ein großes Herz nicht, unterstütztvon einer großen Schönheit. Dadurch wurde derje-nige, dessen Gefangene sie war, in kurzem selbst ihrGefangener, ohnerachtec er sehr brav und tapfer war»Armer Mann, wie konnte Ers auch unternehmen,diejenige in seiner Verwahrung, Abhängigkeit undGefangenschaft zu erhalten, die mit ihren Augen undihrem schönen Gesicht die ganze Welt in Fesseln schla-gen kann, wie einen Galeerensklaven.

So war dann der Marquis von dieser Schön-heit entzückt und gefesselt; allein sie, welche nicht aufdie süssen Freuden der Liebe, sondern auf ihre Ehreund Freyheit bedacht war, spielte ihr Spiel mit solcherVerschlagenheit, daß sie die Stärkere wurde, stch deSPlatzes bemächtigte und den Marquis daraus verjagte,welcher sehr erstaunte, sich so überrumpelt und überli-stet zu sehen. Sie behielt den Platz nun schon seitsechs bis sieben Jahren, wie wohl nicht ganz im übri-gen zufrieden und vergnügt, indem sie sich der Graf-schaft Auvergne beraubt sehen mußte, welche ihr derGroßprior vorenthielk, den der König von der Königin»

Muk-