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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
172
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müthigkekt ist es. Cs vermag nicht den Gisst irgendeiner Heuchelcy zu verbergen, noch sich im mindestenzu erniedrigen, indem nur Gott und der Himmel eserweichen und zärtlich machen kann, wenn er es um»schüfe oder umschmelzte."

Um also den König ihren Gemahl, den sie, so wieer seiner ScitS ebenfalls wieder sie, gar sehr ehrte, zu-frieden zu stellen, verstellte sie sich dergestalt daß sie denHerzog von Epernon bey seinem Besuch auf ihremZim»mer eben so empfing, wie der König sie gebeten, undsie ihm versprochen hatte: so daß das ganze Zimmer,das voll von einer Menge Menschen war, dis sich,drängten um diese Zusammenkunft zu sehen ganz er»staunt darüber, so wie der >ig und der Herr vonEpernyn.ihrer Seits sehr zufrieden waren; allein dieheiisehendsten, welche das Natural! der Königinn kann-ten, vermuthrten wohl einen Hutterhalt dabey: auchsagte sie, sie habe bey dieser Coiuödie eine Rolle UN«gern übernehmen müssen. Ich habe dieß, alles vonguter Hand.

Dieß sind zwo Anekdoten, welche gar wohl zu er-kennengeben, wie hoch derMuth dieser Königinn ging,so daß ich die Königinn, ihre Mutter, davon sagen hörte,sie gleiche hierin sehr dem König, ihrem Vater , so wiedenn überhaupt keinS ihrer Kinder ihm mehr gleiche alssie, so wohl an Manieren, Launen, Bildung und Ge-sichkszügen, als an Herz, und Edelmuth: denn sie habeden König Heinrich unter der Regierung seines Va-ters des Königs Franz gesehen,, welcher mn -ein gan-zes Ruch dem Cardinal von Tournon oder demAdimral von Anneoaut, großen Günstlingen des Kö-nigs, nicht Hostert noch geschmeichelt haben würde.