Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

es > > ,71

Der König von Navarra machte sich hierauf aufden Weg, um seine Einrichtungen zu einer gutenBcwirthung für ihn zu treffen. Aber die Koni,ginn, welche damahls dort war und aus Mehrernwichtigen Gründen den Herzog von Epernon bis aufden Tod haßte, sagte zu dem König ihrem Gemahl:sie wolle unterdessen wegreiscn, um das Vergnügennicht zu stören noch zu verhindern, indem sie schlechter,dings den Anblick des Herrn von Epernon nicht er.tragen könnte, ohne daß ihr giftiger Zorn sich Luftschäfte und zum Ausbruch käme, wodurch dem König,ihrem Gemahl, Ungelegcnhcit und Vccdrüßiichkcitverursacht werden könnte." Da sie wirklich ernst,sich im Begriff war, wegzureiftn, so bat es der Königsich als die größte Gefälligkeit von ihr aus, da zubleiben gedachten Herrn von Epernon empfangen zuhelfen und ihm zu lieb allen ihren Groll gegen ihn beySeite zu setze», da sehr viel für sie beyde und für ihreHoheit davon abhinge.

Gut, mein Gemahl, sagte die Kvnigmn zuihm, da Sie mir es zu befehlen geruhen, so will ichbleiben und ihm gut begegnen aus schuldigem Respektund Gehorsam gegen Sie; und dann sagte sie zu eini.gen von ihren Damen: aber ich stehe Euch dafür,daß ich bey Seiner Ankunft und die ganze Zeit feinesAufenthalts über ein Kleid anziehen werde, das ichsonst nie wieder anziehc, Hcucheley und Verstellung»Denn ich will mein Gesicht so gut vcrlarven, daß ernichts als alles Liebes und Gutcs darin lesen soll; glei-chen Zwang werde ich auch meinem Mund auflegeuund also äußerlich so scheinen, daß man mein JnnreSfür gut halten soll, wofür ich jedoch nicht gut sagenkann, denn es steht keineswegs in meiner Gewalt,da mrin Herz ganz von sich abhängt, so voll Frey,

nrüthlg'