Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
170
Einzelbild herunterladen
 

L 70 , LLI.--U

fühl, lieber seine Gewogenheit, darüber baß ich.deGua und dessen Gunst nicht suchen wollte, zu cntbch.ren, a!6 daß man mir vorwerfe, oder von mir arg.wohnen könnte, sie durch dessen Vermittlung undVerwendung erlangt zu haben. Mir scheint, umsie zu verdienen, hinlänglich, daß ich das bin, waSich bin; und wenn er sich werth fühlt, König zuheissen und von mir und seinem Volk geliebt zu wer»den; so fühle ich mich, als Seine Schwester, wür«big, Könlginn zu seyn, und nicht nur von ihm, son»dem von aller Welt geliebt zu werden. Wenn end-lich meine Tanten, wie Sie mir sagen, sich so tieferniedrigten, so konnten sies thun, wenn sie Lustund Belieben hatten; allein ihr Bcyspiel kann keinGesetz für mich machen, noch mich zur Nachahmungverbinden, indem ich mich nach keinem andern alsmeinem eignen Model formen mag."-

Damit schwieg sie, und die Frau Dampierreging, ohne daß jedoch die Königinn ihr es nachgekra-gen hatte; denn sie liebte sie sehr.

Ein andermahl, als der Herzog von Epernonnach dem Tode Monsieurs nach Gascogne ging eineReise wobey verschiedene Gründe vorwalteten, wieman sagte besuchte er den König von Navarra zuPamiers und beyde erzeigten einander große Hösiichkei.ten und Liebkosungen. Ich rede so, weil damahls devHerr von Epernon Hakbkönig in Frankreich war wegender ausschweifenden Gunst, worin er bry dem Königseinem Herrn stand.

Nachdem sie sich also hier große Caressen undHöflichkeiten erzeigt hatten, bat ihn der König vonNavarra, ihn auf dem Rückwege von Toulouse zu be«suchen, was er ihm auch versprach.

Der