Großprior ihren Oheim ausdrücklich, und befahl demRudermeister es zu unterlassen, indem sie äusserssesMitleid mit ihrem Elend fühlte, und es zu Herzennahm.
. Kurz, nie wohnte Grausamkeit im Herzen diesergroßen und sanften Schönheit, sondern es sind eitelBetrüger, die ihr dieß mündlich oder schriftlich Schuldgaben, wie unter andern Herr Buchanan, worin ersich für die Wohlthaten , die seine Königinn in Frank-reich und Schottland ihm erzeigte, sehr undankbarbewiesen hat, indem sie ihm das Leben schenkte, undseine Achtsecklarung aufhob. Er hatte besser gethan,wenn ec seine göttliche Gelehrsamkeit darauf verwen-dete, besser von ihr zu sprechen als er khat, statt daßer ihr übel nachredete, und von ihrer Liebschaft mitBothwel plauderte, und sogar einige Sonnets einrück-te, die sie gemacht habe, welche niemand für echt er-kennen wird, der sie und ihren Geist und ihre Poesiekannte, so wenig als ihre Liebschaft. Denn dieserBothwel war der häßlichste Mann von so scheußlichemAnsehen, als man sich nur irgend denken kann.
Wenn jedoch dieser Buchanan ihr Böses nach-geredet hat, so gibt es dagegen wieder andre, die einsehr schönes Buch von ihrer Unschuld geschrieben ha-ben , das ich selbst gesehen habe, und worin diese sosonnenklar dargethan und erwiesen ist, daß es demschwächsten Kopf einleuchten muß, wiewohl ihre Feindewenig Rücksicht darauf nahmen, sondern in dem hart-näckigen Vorsatz, sic zu Grund zu richten, (was ihnendenn endlich auch gelungen ist) sie so bitter verfolgten,daß sie nicht eher ablicßen, bis sie in einem starken Schloßgefangen saß, wo sie ^endlich nach einer Jahrlangenjämmerlichen Einkerkerung durch einen sehr wackern
tapfer»