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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
11
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gelebt hätte, als er wohl leben konnte, so würde eres ihm wohl gedacht haben und hatte sich jene Gefan-gennehmung theuer bezahlen lassen und zwar zumVortheil seiner Nichte und des Throns auf den sie ver-pflanzt worden war; so aber starb er sehr frühe.

Nachdem unsre Königinn ihre Mutter Magda-lena von Boulogna in ihrer zarten Jugend perlohrenhatte, wurde sie durch ihren guten Onkel an unserFrankreich vermahlt, wohin man sie zur See nachMarseilles in großem Triumph brachte und in einemAlter von 14 Jahren ihre Vermählung mit allerPracht vollzog. Da sie zehn Jahre lang unfruchtbarwar, so gab es eine Menge Personen, welche demKönig und dem Dauphin zuredeten, sich von ihrscheiden zu lassen, weil es nothwendig war, Nach-kommenschaft für den französischen Thron zu bekom-men. Sie hatte sich aber bey ihrem königlichen Schwie-gervater und bey ihrem Gemahl, dem König Hein-rich, so beliebt gemacht, daß beyde nie darein willi-gen wollten. Wirklich brachte sie auch endlich nachden zehn Jahren erst, wie denn die Damen aus demHause Medicis später Natur sind, den nachherigenKönig Franz den Zweiten zur Welt.

Hierauf wurde die Königinn von Spanien ge«bohren, und dann nacheinander jene schöne und erha-bene Nachkommenschaft, die wir gesehen haben unddie zu Folge eines unglücklichen Verhängnisses gleich-sam plötzlich entstand und plötzlich verschwand. DevKönig, ihr Gemahl, liebte sie um dieser Descendenzwillen noch weit mehr, wie wohl er sie zuvor schonsehr geliebt hatte, so daß, ob er gleich verliebter Com»plexion war und die Veränderung in der siebe sehr lieb-te, er dem ungeachtet sehr oft sagte: von allen Damen

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