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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
XVI
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Fortgang und Ende

Es galt jetzt die Hauptfrage, welche Familienach Heinrich des III. Tode dem erlöschendenHause Valois auf dem Throne folgen sollte.Die Hirten stritten sich um die Heerde. F ü r die-selbe zu streiten, war von jeher zum wenigsten einehöchst seltene Ausnahme von der Regel.

Heinrich hatte es seinen unmännlichen Aus-schweifungen zu danken, daß ihn noch in seinenbesten Jahren das ganze Reich dreist jür erbenlosannahm. Dem Hause Valois, dessen Erlöschenmit ihm man als gewiß voraussehte, war in derErbfolge, da die Pflicht zu regieren ohne An-stand nach den Gesehen eines jeden andern Erb-stücks beurtheilt wurde die Bourbonische Fa-milie die nächste. Sie stammte von Ludwig (IX.)dem Heiligen ab, durch dessen jüngsten Sohn,Robert von Llermont. Diese Abkunft brachtebis aus dem dreyzehnten Jahrhundert her in derneunten Generation ihre wvhlbejahrten Ansprücheauf den französischen Thron auf Heinrich vonNavarra. Sind gleich zufällige Folgen nie Be-weisgründe, so kann man doch nicht laugnen, daßdießmahl das älteste Erbrecht und der Munich,den Würdigsten aus dem königlichen Hause aufdem Throne zu sehen, zusammenstimmten. Aberden Prinzen von Lothringischen Hause, Auslän-dern, welche seit weit kürzerer Zeit an dem Ge-blüt der Monarchen Frankreichs Antheil bekom-men hatten, würde es weit besser gefallen haben,

wenn