Druckschrift 
8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
Seite
204
Einzelbild herunterladen
 

des Augenblicks, sinnlich, absurd, fünffach, im Misstrauenund Vertrauen leichtfertig und plötzlich; mit Seelen, andenen gewöhnlich irgend ein Bruch verhehlt werden soll;oft mit ihren Werken Rache nehmend für eine innereBesudelung, oft mit ihren Aufflügen Vergessenheit suchendvor einem allzutreuen Gedächtniss, Idealisten aus derNähe des Sumpfes welche Marter sind diese grossenKünstler und überhaupt die sogenannten höheren Men-schen für Den, der sie erst errathen hat . . . Wir sindAhe Fürsprecher des Mittelmässigen ... Es ist begreif-lich, dass sie gerade vom Weibe, das hellseherisch istin der Welt des Leidens und leider auch weit über seineKräfte hinaus hülf- und rettungssüchtig, so leicht jeneAusbrüche von unbegrenztem Mitleide erfahren, welchedie Menge, vor Allem die verehrende Menge mit neu-gierigen und selbstgefälligen Deutungen überhäuft . . .Dies Mitleiden täuscht sich regelmässig über seine Kraft:das Weib möchte glauben, dass Liebe Alles vermöge, es ist sein eigentlicher Aberglaube. Ach, derWissende des Herzens erräth, wie arm, hülflos, anmaass-lich, fehlgreifend auch die beste tiefste Liebe ist wiesie eher noch zerstört als rettet . . .

Der geistige Ek.el und Hochmuth jedes Menschen,der tief gelitten hat, es bestimmt beinahe die Rang-ordnung, wie tief Einer leiden kann, seine schau-dernde Gewissheit, von der er ganz durchtränkt und ge-. färbt ist, vermöge seines Leidens mehr zu wissen, alsdie Klügsten und Weisesten wissen könnten, in vielenfernen entsetzlichen Welten bekannt und einmal zu Hausegewesen zu sein, von denenihr Nichts wisst . . .,