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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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Worte: es giebt wenige so hintergedankenreiche Denker.In ihm kommt die Sophisten-Cultur, will sagen dieRealisten-Cultur, zu ihrem vollendeten Ausdruck:diese unschätzbare Bewegung inmitten des eben aller-wärts losbrechenden Moral- und Ideal-Schwindels dersokratischen Schulen. Die griechische Philosophie als diedecadence des griechischen Instinkts; Thukydides alsdie grosse Summe, die letzte Offenbarung jener starken,strengen, harten Thatsächlichkeit, die dem älteren Hel-lenen im Instinkte lag. Der Muth vor der Realitätunterscheidet zuletzt solche Naturen wie Thukydides undPlato: Plato ist ein Feigling vor der Realität, folg-lich flüchtet er ins Ideal; Thukydides hat sich in derGewalt, folglich behält er auch die Dinge in der Gewalt. . .

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In den Griechenschöne Seelen,goldene Mittenund andre Vollkommenheiten auszuwittern, etwa an ihnendie Ruhe in der Grösse, die ideale Gesinnung, die hoheEinfalt bewundern vor dieserhohen Einfalt, einerniaiserie allemande zuguterletzt, war ich durch den Psy-chologen behütet, den ich in mir trug. Ich sah ihrenstärksten Instinkt, den Willen zur Macht, ich sah siezittern vor der unbändigen Gewalt dieses Triebs, ichsah alle ihre Institutionen wachsen aus Schutzmaass-regeln, um sich vor einander gegen ihren inwendigenExplosivstoff sicher zu stellen. Die ungeheure Span-nung im Innern entlud sich dann in furchtbarer undrücksichtsloser Feindschaft nach Aussen: die Stadt-

gemeinden zerfleischten sich unter einander, damit dieStadtbürger jeder einzelnen vor sich selber Ruhe fänden.