Man hatte es nöthig, stark zu sein: die Gefahr war inder Nähe —, sie lauerte überall. Die prachtvoll geschmei-dige Leiblichkeit, der verwegene Realismus und Immo-ralismus, der dem Hellenen eignet, ist eine Noth, nichteine „Natur“ gewesen. Er folgte erst, er war nicht vonAnfang a.n da. Und mit Festen und Künsten wollteman auch nichts Andres als sich obenauf fühlen, sichobenauf zeigen: es sind Mittel, sich selber zu verherr-lichen, unter Umständen vor sich Furcht zu machen . . .Die Griechen auf deutsche Manier nach ihren Philosophenbeurtheilen, etwa die Biedermännerei der sokratischenSchulen zu Aufschlüssen darüber benutzen, was im.Grunde hellenisch sei! . . . Die Philosophen sind ja diedecadents des Griechenthums, die Gegenbewegung gegenden alten, den vornehmen Geschmack (— gegen denagonalen Instinkt, gegen die Polis, gegen den Werthder Rasse, gegen die Autorität des Herkommens). Diesokratischen Tugenden wurden gepredigt, weil sie denGriechen abhanden gekommen waren: reizbar, furchtsam,unbeständig, Komödianten allesammt, hatten sie ein paarGründe zu viel, sich Moral predigen zu lassen. Nicht,dass es Etwas geholfen hätte: aber grosse Worte undikttitüden stehen decadents so gut . . .
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Ich war der Erste, der, zum Verständniss des älteren,des noch reichen und selbst überströmenden hellenischenInstinkts, jenes wundervolle Phänomen ernst nahm, dasden Namen des Dionysos trägt: es ist einzig erklärbaraus einem Zuviel von Kraft. Wer den Griechen nach-geht, wie jener tiefste Kenner ihrer Cultur, der heute