Ähnliches auf dem Gewissen, wie die Cynilcer, die diesatura Menippea erfanden. Dass der Platonische Dialog,diese entsetzlich selbstgefällige und kindliche Art Dialek-tik, als Reiz wirken könne, dazu muss man nie guteFranzosen gelesen haben, — Fontenelle zum Beispiel.Plato ist langweilig. — Zuletzt geht mein Misstrauen beiPlato in die Tiefe: ich finde ihn so abgeirrt von allenGrundinstinkten der Flellenen, so vermoralisirt, so prä-existent-christlich — er hat bereits den Begriff „gut“ alsobersten Begriff —, dass ich von dem ganzen PhänomenPlato eher das harte Wort „höherer Schwindel“ oder,wenn man’s lieber hört, Idealismus —, als irgend einandres gebrauchen möchte. Man hat theuer dafür be-zahlt, dass dieser Athener bei den Ägyptern in dieSchule gieng (— oder bei den Juden in Ägypten? . . .)Im grossen Verhängniss des Christenthums ist Plato jene„Ideal“ genannte Zweideutigkeit und Fascination, die denedleren Naturen des Alterthums es möglich machte, sichselbst misszuverstehn und die Brücke zu betreten, diezum „Kreuz“ führte ... Und wie viel Plato ist noch imBegriff „Kirche“, in Bau, System, Praxis der Kirche! —Meine Erholung, meine Vorliebe, meine Kur von allemPlatonismus war zu jeder Zeit Thukydides. Thuky-dides und, vielleicht, der principe Macchiavells sind mirselber am meisten verwandt durch den unbedingtenWillen, sich Nichts vorzumachen und die Vernunft inder Realität zu sehn, — nicht in der „Vernunft“,noch weniger in der „Moral“. . . Von der jämmerlichenSchönfärberei der Griechen in’s Ideal, die der „klassischgebildete“ Jüngling als Lohn für seine Gymnasial-Dressurin’s Leben davonträgt, kurirt Nichts so gründlich alsThukydides. Man muss ihn Zeile für Zeile umwendenund seine Hintergedanken so deutlich ablesen wie seine
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