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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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Stil, nach demaere perennius im Stil bei mir wieder-erkennen. Nicht anders ergieng es mir bei der erstenBerührung mit Horaz. Bis heute habe ich an keinemDichter dasselbe artistische Entzücken gehabt, das mirvon Anfang an eine Horazische Ode gab. In gewissenSprachen ist Das, was hier erreicht ist, nicht einmal zuwollen. Dies Mosaik von AVorten, wo jedes AVort alsKlang, als Ort, als Begriff, nach rechts und links undüber das Ganze hin seine Kraft ausströmt, dies minimumin Umfang und Zahl der Zeichen, dies damit erzieltemaximtim in der Energie der Zeichen das Alles iströmisch und, wenn man mir glauben will, vornehm parexcellence. Der ganze Rest von Poesie wird dagegenetwas zu Populäres, eine blosse Gefühls-Geschwätzig-keit . . .

Den Griechen verdanke ich durchaus keine verwandtstarken Eindrücke; und, um es geradezu herauszusagen,sie können uns nicht sein, was die Römer sind. Manlernt nicht von den Griechen ihre Art ist zu fremd,sie ist auch zu flüssig, um imperativisch, umklassischzu wirken. AVer hätte je an einem Griechen schreibengelernt! AA^er hätte es je ohne die Römer gelernt! . . .Man wende mir ja nicht Plato ein. Im Verhältnis zuPlato bin ich ein gründlicher Skeptiker und war stetsausser Stande, in die Bewunderung des Artisten Plato,die unter Gelehrten herkömmlich ist, einzustimmen. Zu-letzt habe ich hier die raffinirtesten Geschmacksrichterunter den Alten selbst auf meiner Seite. Plato wirft,wie mir scheint, alle Formen des Stils durcheinander, erist damit ein erster decadent des Stils: er hat etwas