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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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gelehrten Rüpel, welche Gymnasium und Universität derJugend heute alshöhere Ammen entgegenbringt. DieErzieher fehlen, die Ausnahmen der Ausnahmen ab-gerechnet, die erste Vorbedingung der Erziehung: da-her der Niedergang der deutschen Cultur. Eine jenerallerseltensten Ausnahmen ist mein verehrungswürdigerFreund Jakob Burckhardt in Basel: ihm zuerst verdanktBasel seinen Vorrang von Humanität. Was diehö-heren Schulen Deutschlands thatsächlich erreichen, dasist eine brutale Abrichtung, um, mit möglichst geringemZeitverlust, eine Unzahl junger Männer für den Staats-dienst nutzbar, ausnutzbar zu machen.Höhere Er-ziehung- und Unzahl das widerspricht sich vonvornherein. Jede höhere Erziehung gehört nur den Aus-nahmen: man muss privilegirt sein, um ein Recht auf einso hohes Privilegium zu haben. Alle grossen, alleschönen Dinge können nie Gemeingut sein: pulchrumest paucorum hominum. Was bedingt den Nieder-gang der deutschen Cultur? Dasshöhere Erziehungkein Vorrecht mehr ist der Demokratismus derallgemeinen, der gemein gewordnenBildung . . .Nicht zu vergessen, dass militärische Privilegien denZu-Viel-Besuch der höheren Schulen, das heisst ihrenUntergang, förmlich erzwingen. Es steht Niemandemmehr frei, im jetzigen Deutschland seinen Kindern einevornehme Erziehung zu geben: unsrehöheren Schulensind allesammt auf die zweideutigste Mittelmässigkeit ein-gerichtet, mit Lehrern, mit Lehrplänen, mit Lehrzielen.Und überall herrscht eine unanständige Hast, wie alsob Etwas versäumt wäre, wenn der junge Mann mit23 Jahren noch nichtfertig ist, noch nicht Antwortweiss auf dieHauptfrage: welchen Beruf? Einehöhere Art Mensch, mit Verlaub gesagt, liebt nichtBe-

Nietzsche, "Werke Band VIII. 8