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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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Phänomen Napoleon, es gieng ihm zu bei denFrei-heits-Kriegen. . . In demselben Augenblick, wo Deutsch-land als Grossmacht heraufkommt, gewinnt Frankreichals Culturmacht eine veränderte Wichtigkeit. Schonheute ist viel neuer Ernst, viel neue Leidenschaft desGeistes nach Paris übergesiedelt; die Frage des Pessi-mismus zum Beispiel, die Frage Wagner, fast allepsychologischen und artistischen Fragen werden dortunvergleichlich feiner und gründlicher erwogen als inDeutschland, die Deutschen sind selbst unfähig zudieser Art Ernst. In der Geschichte der europäischenCultur bedeutet die Heraufkunft desReichs vor allemEins: eine Verlegung des Schwergewichts. Manweiss es überall bereits: in der Hauptsache und dasbleibt die Cultur kommen die Deutschen nicht mehrin Betracht. Man fragt: habt ihr auch nur Einen fürEuropa mit zählen den Geist aufzuweisen? wie euerGoethe, euer Hegel, euer Heinrich Heine, euer Schopen-hauer mitzählte? Dass es nicht einen einzigen deut-schen Philosophen mehr giebt, darüber ist des Erstaunenskein Ende.

Dem ganzen höheren Erziehungswesen in Deutsch-land ist die Plauptsache abhanden gekommen: Zwecksowohl als Mittel zum Zweck. Dass Erziehung, Bil-dung selbst Zweck ist und nichtdas Reich,dass es zu diesem Zweck der Erzieher bedarf undnicht der Gymnasiallehrer und Universitäts-Gelehrtenman vergass das . . . Erzieher thun noth, die selbsterzogen sind, überlegene, vornehme Geister, in jedemAugenblick bewiesen, durch Wort und Schweigen be-wiesen, reife, süss gewordene Culturen, nicht die