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Phänomen Napoleon, — es gieng ihm zu bei den „Frei-heits-Kriegen“. . . In demselben Augenblick, wo Deutsch-land als Grossmacht heraufkommt, gewinnt Frankreichals Culturmacht eine veränderte Wichtigkeit. Schonheute ist viel neuer Ernst, viel neue Leidenschaft desGeistes nach Paris übergesiedelt; die Frage des Pessi-mismus zum Beispiel, die Frage Wagner, fast allepsychologischen und artistischen Fragen werden dortunvergleichlich feiner und gründlicher erwogen als inDeutschland, — die Deutschen sind selbst unfähig zudieser Art Ernst. — In der Geschichte der europäischenCultur bedeutet die Heraufkunft des „Reichs“ vor allemEins: eine Verlegung des Schwergewichts. Manweiss es überall bereits: in der Hauptsache — und dasbleibt die Cultur — kommen die Deutschen nicht mehrin Betracht. Man fragt: habt ihr auch nur Einen fürEuropa mit zählen den Geist aufzuweisen? wie euerGoethe, euer Hegel, euer Heinrich Heine, euer Schopen-hauer mitzählte? — Dass es nicht einen einzigen deut-schen Philosophen mehr giebt, darüber ist des Erstaunenskein Ende. —
Dem ganzen höheren Erziehungswesen in Deutsch-land ist die Plauptsache abhanden gekommen: Zwecksowohl als Mittel zum Zweck. Dass Erziehung, Bil-dung selbst Zweck ist — und nicht „das Reich“ —,dass es zu diesem Zweck der Erzieher bedarf — undnicht der Gymnasiallehrer und Universitäts-Gelehrten —man vergass das . . . Erzieher thun noth, die selbsterzogen sind, überlegene, vornehme Geister, in jedemAugenblick bewiesen, durch Wort und Schweigen be-wiesen, reife, süss gewordene Culturen, — nicht die