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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
Seite
109
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verdummt . . . Die Deutschen man hiess sie einstdas Volk der Denker: denken sie heute überhaupt noch?Die Deutschen langweilen sich jetzt am Geiste, die Deut-schen misstrauen jetzt dem Geiste, die Politik verschlingtallen Ernst für wirklich geistige DingeDeutschland,Deutschland über Alles, ich fürchte, das war das Endeder deutschen Philosophie . . .Giebt es deutsche Philo-sophen? giebt es deutsche Dichter? giebt es gute deutscheBücher? fragt man mich im Ausland. Ich erröthe, abermit der Tapferkeit, die mir auch in verzweifelten Fällenzu eigen ist, antworte ich:Ja, Bismarck! Dürfteich auch nur eingestehn, welche Bücher man heute liest?...Vermaledeiter Instinkt der Mittelmässigkeit!

2 .

Was der deutsche Geist sein könnte, wer hättenicht schon darüber seine schwermütliigen Gedankengehabt! Aber dies Volk hat sich willkürlich verdummt,seit einem Jahrtausend beinahe: nirgendswo sind die zweigrossen europäischen Narcotica, Alkohol und Christen-thum, lasterhafter gemissbraucht worden. Neuerdingskam sogar noch ein drittes hinzu, mit dem allein schonaller feinen und kühnen Beweglichkeit des Geistes derGaraus gemacht werden kann, die Musik, unsre ver-stopfte verstopfende deutsche Musik. Wie viel ver-driessliche Schwere, Lahmheit, Feuchtigkeit, Schlafrock,wie viel Bier ist in der deutschen Intelligenz! Wieist es eigentlich möglich, dass junge Männer, die dengeistigsten Zielen ihr Dasein weihn, nicht den ersten In-stinkt der Geistigkeit, den Selbsterhaltungs-Instinktdes Geistes in sich fühlen und Bier trinken? . . .Der Alkoholismus der gelehrten Jugend ist vielleicht noch