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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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Vorstellungen handelt, nimmt man es nicht gerade strengmit den Mitteln, sie loszuwerden: die erste Vorstellung,mit der sich das Unbekannte als bekannt erklärt, tliut sowohl, dass man siefür wahr hält. Beweis der Lust(der Kraft) als Criterium der Wahrheit.- Der Ursachen-Trieb ist also bedingt und erregt durch das Furchtgefühl.DasWarum? soll, wenn irgend möglich, nicht sowohldie Ursache um ihrer selber willen geben, als vielmehreine Art von Ursache eine beruhigende, befreiende,erleichternde Ursache. Dass etwas schon Bekanntes,Erlebtes, in die Erinnerung Eingeschriebenes als Ursacheangesetzt wird, ist die erste Folge dieses Bedürfnisses.Das Neue, das Unerlebte, das Fremde wird als Ursacheausgeschlossen. Es wird also niclit nur eine Art vonErklärungen als Ursache gesucht, sondern eine ausge-suchte und bevorzugte Art von Erklärungen, die, beidenen am schnellsten, am häufigsten das Gefühl desFremden, Neuen, Unerlebten weggeschafft worden ist,die gewöhnlichsten Erklärungen. Folge: eine Artvon Ursachen-Setzung überwiegt immer mehr, concentrirtsich zum System und tritt endlich dominirend hervor,das heisst andre Ursachen und Erklärungen einfachausschliessend. Der Banquier denkt sofort ansGe-schäft, der Christ an dieSünde, das Mädchen anseine Liebe.

6 .

Der ganze Bereich der Moral und Religiongehört unter diesen Begriff der imaginären Ur-sachen.Erklärung der unangenehmen Allgemein-gefühle. Dieselben sind bedingt durch Wesen, die_ unsfeind sind (böse Geister: berühmtester Fall Missver-ständnis der Hysterischen als Hexen). Dieselben sind

Nietzsche, Werke Band VIII.