bedingt durch Handlungen, die nicht zu billigen sind(das Gefühl der „Sünde“, der „Sündhaftigkeit“ einemphysiologischen Missbehagen untergeschoben — manfindet immer Gründe, mit sich unzufrieden zu sein). Die-selben sind bedingt als Strafen, als eine Abzahlung fürEtwas, das wir nicht hätten thun, das wir nicht hättensein sollen (in impudenter Form von Schopenhauer zueinem Satze verallgemeinert, in dem die Moral als Daserscheint, was sie ist, als eigentliche Giftmischerin undVerleumderin des Lebens: „jeder grosse Schmerz, sei erleiblich, sei er geistig, sagt aus, was wir verdienen: denner könnte nicht an- uns kommen, wenn wir ihn nichtverdienten.“ Welt als Wille und Vorstellung, 2 , 666).Dieselben sind bedingt als Folgen unbedachter, schlimmauslaufender Flandlungen (— die Affekte, die Sinne alsUrsache, als „schuld“ angesetzt; physiologische .Noth-stände mit Hülfe andrer Nothstände als „verdient“ aus-gelegt). — „Erklärung“ der angenehmen Allgemein-gefühle. Dieselben sind bedingt durch Gottvertrauen.Dieselben sind bedingt durch das Bewusstsein guterFlandlungen (das sogenannte „gute Gewissen“, ein phy-siologischer Zustand, der mitunter einer glücklichen Ver-dauung zum Verwechseln ähnlich sieht). Dieselben sindbedingt durch den glücklichen Ausgang von Unter-nehmungen (— naiver Fehlschluss: der glückliche Ausgangeiner Unternehmung schafft einem Hypochonder odereinem Pascal durchaus keine angenehmen Allgemein-gefühle). ' Dieselben sind bedingt durch Glaube, Liebe,Hoffnung — die christlichen Tugenden. — In Wahrheitsind alle diese vermeintlichen Erklärungen Folgezuständeund gleichsam Übersetzungen von Lust- oder Unlust-Gefühlen in einen falschen Dialekt: man ist im Zustandezu hoffen, weil das physiologische Grundgefühl wieder
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