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des Lebens überhaupt anrühren zu dürfen: Gründe genug,um zu begreifen, dass dies Problem ein für uns unzugäng-liches Problem ist. Wenn wir von Werthen reden, redenwir unter der Inspiration, unter der Optik des Lebens:das Leben selbst zwingt uns Werthe anzusetzen, dasLeben selbst werthet durch uns, wenn wir Werthe an-setzen . . . Daraus folgt, dass auch jene Widernaturvon Moral, welche Gott als Gegenbegriff und Ver-urtheilung des Lebens fasst, nur ein Werthurtheil desLebens ist — welches Lebens? welcher Art von Leben?— Aber ich g-ab schon die Antwort: des niedergehenden,des geschwächten, des müden, des verurtheilten Lebens.Moral, wie sie bisher verstanden worden ist — wie siezuletzt noch von Schopenhauer formulirt wurde als „Ver-neinung des Willens zum Leben“ — ist der dccadence-Instinkt selbst, der aus sich einen Imperativ macht: siesagt: „geh zu Grunde!“ — sie ist das Urtheil Ver-urtheilter . . .
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Erwägen wir endlich noch, welche Naivetät es über-haupt ist, zu sagen „so und so sollte der Mensch sein!“Die Wirklichkeit zeigt uns einen entzückenden Reich-thum der Typen, die Üppigkeit eines verschwenderischenFormenspiels und -Wechsels: und irgend ein armseligerEckensteher von Moralist sagt dazu: „nein! der Menschsollte anders sein“? ... Er weiss es sogar, wie er seinsollte, dieser Schlucker und Mucker, er malt sich an dieWand und sagt dazu „ecce homo!“ . . . Aber selbstwenn der Moralist sich bloss an den Einzelnen wendetund zu ihm sagt: „so und so solltest du sein!“ hört ernicht auf, sich lächerlich zu machen. Der Einzelne istein Stück fatum, von Vorne und von Hinten, ein Gesetz