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— Ich bringe ein Princip in Formel. Jeder Natura-lismus in der Moral, das heisst jede gesunde Moral istvon einem Instinkte des Lebens beherrscht, — irgend einGebot des Lebens wird mit einem bestimmten Ivanonvon „Soll“ und „Soll nicht“ erfüllt, irgend eine Hemmungund Feindseligkeit auf dem Wege des Lebens wird damitbei Seite geschafft. ^Die widernatürliche Moral, dasheisst fast jede Moral, die bisher gelehrt, verehrt undgepredigt worden ist, wendet sich umgekehrt geradegegen die Instinkte des Lebens, — sie ist eine baldheimliche, bald laute und freche Yerurtheilung dieserInsti nlcte J Indem sie sag't „Gott sieht das Herz an“, sagtsie Nein zu den untersten und obersten Begehrungen desLebens und nimmt Gott als Feind des Lebens...Der Heilige, an dem Gott sein Wohlgefallen hat, ist derideale Castrat . . . Das Leben ist zu Ende, wo das „ReichGottes“ anfängt . . .
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Gesetzt, dass man das Frevelhafte einer solchen Auf-lehnung gegen das Leben begriffen hat, wie sie in derchristlichen Moral beinahe sakrosankt geworden ist, sohat man damit, zum Glück, auch etwas Andres begriffen:das Nutzlose, Scheinbare, Absurde, Lügnerische einersolchen Auflehnung. Eine Verurtheilung des Lebens vonSeiten des Lebenden bleibt zuletzt doch nur das Symptomeiner bestimmten Art von Leben: die Frage, ob mit Recht,ob mit Unrecht, ist gar nicht damit aufgeworfen. Manmüsste eine Stellung ausserhalb des Lebens haben, undandrerseits es so gut kennen, wie Einer, wie Viele, wieAlle, die es gelebt haben, um das Problem vom Werth