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Nichts ist uns fremder geworden als jene Wünschbarkeitvon Ehedem, die vom „Frieden der Seele“, die christ-liche Wünschbarkeit; Nichts macht uns weniger Neidals die Moral-Kuh und das fette Glück des guten Ge-wissens. Man hat auf das grosse Leben verzichtet,wenn man auf den Krieg verzichtet ... In vielen Fällenfreilich ist der „Frieden der Seele“ bloss ein Missver-ständniss, — etwas Anderes, das sich nur nicht ehrlicherzu benennen weiss. Ohne Umschweif und Vorurtheil einpaar Fälle. „Frieden der Seele“ kann zum Beispiel diesanfte Ausstrahlung einer reichen Animalität in’s Mora-lische (oder Religiöse) sein. Oder der Anfang der Müdig-keit, der erste Schatten, den der Abend, jede Art Abendwirft. Oder ein Zeichen davon, dass die Luft feucht ist,dass Südwinde herankommen. Oder die Dankbarkeitwider Wissen für eine glückliche Verdauung - („Menschen-liebe“ mitunter genannt). Oder das Stille-werden desGenesenden, dem alle Dinge neu schmecken und derwartet . . . Oder der Zustand, der einer starken Befrie-digung unsrer herrschenden Leidenschaft folgt, das Wohl-gefühl einer seltnen Sattheit. Oder die Altersschwächeunsres Willens, unsrer Begehrungen, unsrer Laster. Oderdie Faulheit, von der Eitelkeit überredet, sich moralisch •aufzuputzen. Oder der Eintritt einer Gewissheit, selbstfurchtbaren Gewissheit, nach einer langen Spannung - undMarterung durch die Ungewissheit. Oder der Ausdruckder Reife und Meisterschaft mitten im Thun, Schaffen,Wirken, Wollen, das ruhige Athmen, die erreichte„Freiheit des Willens“ ... Götzen-Dämmerung: werweiss? vielleicht auch nur eine Art „Frieden der Seele“ .. .