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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
Seite
81
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Man wird mir dankbar sein, wenn ich eine sowesentliche, so neue Einsicht in vier Thesen zusammen-dränge: ich erleichtere damit das Verstehen, ich forderedamit den Widerspruch heraus.

Erster Satz. Die Gründe, darauf hindiese Weltals scheinbar bezeichnet worden ist, begründen vielmehrderen Realität, eine andre Art Realität ist absolutunnachweisbar.

Zweiter Satz. Die Kennzeichen, welche man demwahren Sein der Dinge gegeben hat, sind die Kenn-zeichen des Nicht-Seins, des Nichts, man hat diewahre Welt aus dem Widerspruch zur wirklichen Weltaufgebaut: eine scheinbare Welt in der That, insofern siebloss eine moralisch-optische Täuschung ist.

Dritter Satz. Von einerandren Welt als dieserzu. fabeln hat gar keinen Sinn, vorausgesetzt, dass nichtein Instinkt der Verleumdung, Verkleinerung, Verdäch-tigung des Lebens in uns mächtig ist: im letzteren Fallerächen wir uns am Leben mit der Phantasmagorie einesanderen, einesbesseren Lebens.

Vierter Satz. Die Welt scheiden in einewahreund einescheinbare, sei es in der Art des Christen-thums, sei es in der Art Kants (eines hinterlistigenChristen zu guterletzt) ist nur eine Suggestion der deca-dence, ein Symptom niedergehenden Lebens . . .Dass der Künstler den Schein höher schätzt als dieRealität, ist kein Einwand gegen diesen Satz. DennderSchein bedeutet hier die Realität noch einmal, nur ineiner Auswahl, Verstärkung, Correctur . . . Der tragischeKünstler ist kein Pessimist, er sagt gerade Ja zu allemFragwürdigen und Furchtbaren selbst, er ist dionysisch...

Nietzsche, Werke Band VÜII.

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