47
von Goldmark: mit der „Königin v.on Saba“ gehört manin die Menagerie, — man kann sich sehen lassen. — Washeute gut gemacht, meisterhaft gemacht werden kann, istnur das Kleine. Hier 'allein ist noch Rechtschaffenheitmöglich. — Nichts kann aber die Musik in der Haupt-sache von der Hauptsache kuriren,. von der Fatalität,Ausdruck des physiologischen Widerspruchs zu sein, —modern zu sein. Der beste Unterricht, die gewissen-hafteste Schulung, die grundsätzliche Intimität, ja selbstIsolation in der Gesellschaft der alten Meister — dasbleibt Alles nur palliativisch, strenger geredet, illuso-risch, weil man die Voraussetzung dazu nicht mehr imLeibe hat: sei dies nun die starke Rasse eines Händel,sei es die überströmende Animalität eines Rossini. —Nicht Jeder hat das Recht zu jedem Lehrer: das giltvon ganzen Zeitaltern. — An sich ist die Möglichkeitnicht ausgeschlossen, dass es noch Reste stärkerer Ge-schlechter, typisch unzeitgemässer Menschen irgendwo inEuropa giebt: von da aus wäre eine verspätete Schön-heit und Vollkommenheit auch für die Musik noch zuerhoffen. Was wir, besten Falls, noch erleben können,sind Ausnahmen. Von der Regel, dass die Verderbnissobenauf, dass die Verderbniss fatalistisch ist, rettet dieMusik kein Gott. —