EPILOG.
— Entziehen wir uns zuletzt, um aufzuathmen, füreinen Augenblick der engen Welt, zu der jede Fragenach dem Werth von Personen den Geist verurtheilt.Ein Philosoph hat das Bedürfniss, sich die Plan de zuwaschen, nachdem er sich so lange mit dem „FallWagner“ befasst hat. — Ich gebe meinen Begriff desModernen. — Jede Zeit hat in ihrem Maass von Kraftein Maass auch dafür, welche Tugenden ihr erlaubt, welcheihr verboten sind. Entweder hat sie die Tugenden desaufsteigenden Lebens: dann widerstrebt sie aus
unterstem Grunde den Tugenden des niedergehendenLebens. Oder sie ist selbst ein niedergehendes Leben, —dann bedarf sie auch der Niedergangs-Tugenden, dannhasst sie Alles, was aus der Fülle, was aus dem Über-reichthum an Kräften allein sich rechtfertigt. Die Ästhetikist unablöslich an diese biologischen Voraussetzungengebunden: es giebt ein e ^decade nce -Ästhetik^ es giebt( eine k lassi sch e AsthetikO- ein „Schönes an sich“ ist einHirngespinst, wie der ganze Idealismus. — In der engerenSphäre der sogenannten moralischen Werthe ist keingrösserer Gegensatz aufzufinden, als der einer ITerren-Moral und der Moral der christlichen Werthbegriffe:letztere, auf einem durch und durch morbiden Bodengewachsen (— die Evangelien führen uns genau die-selben physiologischen Typen vor, welche die Romane